Eine neue Leber und ein neues Leben

Auf einmal Krank

Also mal zu mir zuerst: Ich bin Markus*, 31 und komme aus der Nähe von Freiburg und habe die Lungen-Erbkrankheit Mukoviszidose. Die ist leider vor 5 Jahren erst erkannt worden.

Danach ist alles ziemlich schnell gegangen, mir erging es immer schlechter vor fünf Jahren, nahm auf einmal gute 30 Kilo zu, bin dann Mal zur Lungenkontrolle in die Ambulanz nach Freiburg (im Breisgau) und nach der Blutentnahme meinten sie zu mir: Da stimmt was nicht! Solle doch mal zum Ultraschall gehen, bin ich dann auch und musste dann noch Stunden warten. Als der Arzt dann zu mir kam und meinte, ich müsse hier bleiben stationär, war es wie ein Schlag in die Magengrube.

Naja, gesagt, getan wurde ich dann  stationär aufgenommen und wusste noch nix davon, dass meine Leber kaputt ist, hatte bloß mega Schmerzen und mein Bauch ist immer größer geworden. Und plötzlich ist meine Luft immer weniger geworden, hatte plötzlich Luftnot. Die Ärzte könnten mir nicht mehr helfen, sagte der Arzt zu mir – nur noch, wenn er mich ins künstliche Koma legen würde! Kurzerhand zugestimmt natürlich und prompt hatte er mir Gute Nacht gesagt :-).

Guten Morgen, neue Leber!

Als ich wieder aufgewacht bin, war schon 1 Monat vergangen. Man sagte mir, hatte mega Glück, sie hatten eine Leber, die war aber auch kaputt und innerhalb einer Woche kam noch ne 2. zum Glück. Am 06.12.2013 war es dann so weit. Danach holten sie mich zurück aus dem Schlaf, ich konnte nicht reden, mich nicht mehr bewegen und hatte tausend Schläuche an meinem Körper. Natürlich war mein Schreck sehr groß, und ich habe Panik bekommen und die Schwestern und Ärzte hatten allerhand zu tun mich wieder zu beruhigen, ich weinte, hatte Angst, wusste nicht mehr weiter und meine Panik war groß, dass ich für immer so bleibe, so bewegungslos und ein mega Pflegefall. Als Sie mir sagten „das wird wieder“ wollte ich es nicht glauben, und ich weinte nur noch als die Ärzte und Krankenschwester und meine Familie weg waren.

Liebe macht stark

Ich konnte nicht mehr, hatte eigentlich schon aufgegeben, als dann ne Freundin kam und meinte zu mir, ob ich immer noch mit ihr zusammen sein möchte??? Natürlich wollte ich das!!! Das hat mir nochmal Kraft gegeben um zu kämpfen. Denn schließlich hatte ich jetzt ne tolle Zukunft mit einer mega Frau in Aussicht :-). Naja, als es mir etwas besser ging, haben die Krankenschwestern immer mehr versucht für mich wieder fit zu bekommen, kam ganz schnell, das sie mir den Kehlkopfschlauch wo zu Beatmen drin war raus gemacht haben und der erste Versuch war aber leider ein Rückschlag ich wollte viel zu viel auf einmal, hatte keine Geduld leider, und sie mussten ihn mir wieder rein tun.

Aber das war nur ein kleiner Rückschlag, kurz darauf hatte es geklappt, zum Glück, ich war sehr glücklich darüber, was man denk ich mal sich vorstellen kann und nach zwei oder drei Monaten hatten sie mich dann nach Freiburg zurück verlegt, aber nicht lange. kurz darauf nach Gernsbach in die Reha. Drei Wochen lag ich noch in Gernsbach und lernte wieder alles nach und nach und danach durfte ich wieder nachhause, aber es war sehr schwer, konnte noch nicht gescheit Laufen, und, und, und …..

Neues Zuhause und neues Leben

Kaum 2 Stunden zuhause kam meine Freundin und holte mich ab, und ich zog bei ihr kurzerhand ein, hihi. Aber Was für mich noch ein Tiefschlag war, der Arzt sagte zu mir, ich darf nicht mehr arbeiten und ich habe sehr gern gearbeitet, leider. Naja, das leben ist hart, ich arbeite jetzt aber wieder auf 450€ und bekomme Rente und meine Freundin arbeitet auch, aber auch nur halbtags, mehr darf sie nicht gesundheitlich. Ich muss wieder arbeiten sonst könnten wir uns keine eigene Wohnung und das Leben leisten, weil ich vom Staat nix bekomme, da sie uns ja gleich als Lebensgemeinschaft gerechnet haben und mei Freundin 10€ zu viel da verdient hat. Wir hatten sehr viele Rückschläge, aber wir kämpfen zusammen, halten zusammen alles aus.

Vor kurzem, also besser gesagt am 14.10.2017, haben wir endlich geheiratet und sind mega glücklich. Mal schauen, was uns das Schicksal noch so in den Weg legt.

Nachwort

Was mich sehr traurig macht, ist, dass ich nur dadurch, dass einer sein Leben gelassen hat, und sein Organ gespendet hat, wieder das Leben und all das genießen darf. Also jeder, der das später liest – bitte spendet eure Organe, das ist sehr wichtig! Und ja, ich mach das beste draus und hoffe, er ist stolz darauf, was ich aus meinem Leben mache, das er mir geschenkt hat.

Finde aber schade, dass man den Namen oder die Familie des Spenders nicht kennen lernen kann.

Danke r.i.p. diese Person, und danke an seine Familie, dass sie es zugelassen haben.


*Name von der Redaktion geändert